Die Zucht der Dreamland Shire Horses wurde im Jahr 1998 gegründet.
Nach erfolgreicher Nachzucht widmete sich Anne Kühnen ihrer eigentlichen Liebe zu, den Hengsten.
Gerne helfen wir Ihnen bei allen Fragen rund um die sanften Riesen
Zum Geleit:
Vom „Old English Black“ zum heutigen „Shire Horse“
Schon lange vorm Regierungsantritt König Wilhelm des Eroberers (1027) gab es Kaltblüter in England, welche unter besonderer Fürsorge der englischen Herrscher standen. Die damaligen Machthaber verfolgten mit der Zucht dieser Pferde allerdings nur ein Ziel: Den Bedarf an kräftigen Streitrössern zu decken. Im Jahre 1066 brachte Wilhelm der Eroberer „Great Horses“ mit nach Britannien, um mit ihnen und seinem Heer in die Schlacht von Hastings zu ziehen. Sie waren größer und schwerer als die englischen Kaltblüter, glichen mit ca.155 cm Schulterhöhe jedoch eher kleinen Percheron als dem Shire Horse wie wir es heute kennen. Die Hengste wurden von den Rittern in einem langsamen, alles niederwalzenden Trab gegen den Feind geritten. Die weniger guten Vertreter dieser Rasse und die Stuten, dienten als Arbeitspferde. Mit Verschwinden der Ritter wurde aus diesen Tieren vollends das Zug- und Arbeitspferd. Geschwindigkeit war nicht mehr wichtig, jetzt zählten Größe und Stärke. König Johann ohne Land importierte um das 12. Jahrhundert schwere Hengste aus Flandern und den Niederlanden, um sie mit den englischen Stuten zu kreuzen. Ab 1328 stoppte der Import ausländischer Kaltblutrassen. Es wurde nur noch die Reinzucht mit den vorhandenen Tieren betrieben.
Unter König Heinrich VIII um 1530 sollten nur noch die größten und schwersten Pferde eine Lebenschance erhalten, weil er kleine, schwächliche Pferde nicht wollte. Dreijährige und ältere Hengste unter 15 hands (153 cm) durften in den „Shires“ (den englischen Grafschaften) nicht mehr zusammen mit Stuten und Fohlen auf die Weide. Zur Zucht ungeeignete Stuten, sowie Wallache die zu klein oder schwach für die landwirtschaftliche Arbeit waren, wurden auf Anordnung geschlachtet. König Heinrich VIII errichtete das erste und größte Gestüt des „Great Horses“ in England. Unter ihm wurden auch erstmalig die Great Horses, Shire genannt, da sie in den Grafschaften wie Derbyshire, Lincolnshire und Cambridgeshire geboren wurden.
Königin Anne war im 17. Jahrhundert eine große Bewunderin dieser schönen schweren Zugpferde. Bei feierlichen Anlässen benutzte sie stets einen Achtspänner Stuten dieser Rasse. Nachdem die Straßenführung und der Wegebau deutlich verbessert wurde und man so in einer schnelleren Gangart reisen konnte, wurden schwere holländische Warmblüter in die „Great Horses“ eingezüchtet. Sie waren von schwarzer Farbe und wurden „Friesen“ genannt.
Im 18. Jahrhundert waren die Shire Horses hauptsächlich Rappen. Daher auch der Name „Black Horse“. Ein rustikales und noch schwerfälliges Pferd. Im Jahr 1760 tauchte der schwarze Hengst „Packington Blind Horse“ (blindes Pferde von Packington) der in Ashby-de-la-Zouche stand und ein Hengst Namens „Oldacre´s Mansetter“ auf. Hiermit begann die belegte Geschichte des „Shire Horses“. Allerdings hießen sie immer noch „Black Horses“oder “ Old English Black Horse
„Oldacre´s Mansetter“ ist der Vater von dem 1770 geborenen „Blaze“(Stutbuchnr. 183)Er ist der erste Shire-Hengste der im Shire Studbook aufgenommen wurde und über ein vollständiges Pedigree verfügte. Der Hengst „Blaze“ wird 35 mal in Folge im ersten Band dieses Gestütsbuches genannt. Alle alten Stutbücher der Jahrhundertwende um 1800, weisen noch auf die direkten Nachfahren der Stammväter der Rasse hin.
Handel und Transport spielten im 18. Jahrhundert eine bedeutende wirtschaftliche Rolle, die ohne die großen Pferde kaum möglich gewesen wäre. Besonders in den Häfen gab es eine Art Wettstreit unter den Fahrern um die Größe und Kraft ihrer Pferde. Ebenso wurden sie an den Kanälen für das Flussaufwärtsziehen von schweren Frachtkähnen, das so genannte „Treideln“ benutzt. Das 19. Jahrhundert war durch steigenden Bedarf an Arbeitspferden für öffentliche Verkehrsmittel, wie Busse und Straßenbahnen gekennzeichnet. Gleichzeitig setzte eine für die Rasse unheilvolle Entwicklung ein: Nach den Napoleonischen Kriegen war eine große Zahl der besten Pferde auf dem Kontinent verkauft worden und auch die zunehmende Motorisierung in der Landwirtschaft erteilte der Zucht einen weiteren Schlag. Um 1850/1860 wurden die besten Stuten zu Hunderten nach Schottland verkauft, und formten dort den heutigen Clydesdale. Am Ende war vom alten „Black Horse“ nicht einmal mehr die Farbe übrig.
Jahr 1878 wurde dann die „Cart Horse Society“ gegründet, die sechs Jahre später in die jetzige englische „Shire Horse Society“ umbenannt wurde. Die Pferde wurden von nun an als „Shire Horses“ bezeichnet. Das wichtigste Ziel der Society war die allgemeine Qualitätssteigerung und die Konsolidierung der Wagen- und Zuchtpferde. Dieser hohe Standard wurde durch eine konsequente Selektion erreicht. Der Wert eines solchen Pferdes stieg spektakulär an und in der Zeit der großen Depression galten gute Shire Horse Fohlen als hervorragende Geldanlage. Einer der erfolgreichsten Hengste war „Lincolnshire Lad II“ mit 22 Showsiegen im Jahre 1893. Aus diesem Grund wird er als Hauptstammvater für die heutige Shirezucht bestimmt. Die industrielle Revolution und die zunehmende Mechanisierung in der Landwirtschaft, zusammen mit den Verlusten durch die beiden Weltkriege führten schließlich in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts fast zum Aussterben dieser heute so berühmten sanften Riesen. Der Jahrgang 1958 des Stutbuches enthielt nur noch fünf Junghengste und elf Stutfohlen. Nur dem Enthusiasmus einzelner Züchter und dem Engagement von zwei englischen Brauereien, die das Shire Horse als Arbeits- und Repräsentationspferd vor ihren Brauereiwagen entdeckt haben ist es zu verdanken, dass es ihn heute noch gibt. Ihr Verdienst war es, dass in den späten Sechzigern ein Wiederaufleben der Shire Horse Zucht begann.
Das Aufgrund seines gutmütigen Charakters in seiner Heimat auch liebvoll „Gentle Giant“(sanfter Riese) genannte Shire Horse ist ein majestätisches und elegantes Kaltblut.
Von der Freizeit- und Westernreiterei über die dressurmäßige Ausbildung bis hin zu hohen Schule reicht die Palette der Möglichkeiten für den Einsatz dieser vielseitigen und gelehrigen Kaltblüter.
Ihr freundliches und menschenbezogenes Wesen macht sie auch zum geeigneten Partner in der Arbeit als Therapiepferd.
Mit seinem gutmütigen und ausgeglichenen Wesen stellt der Shire einen sehr guten Gegenpol zu unserer hektischen Zeit dar und erfreut sich deshalb immer größerer Beliebtheit.
Shire Horses vom Linsenhof
